Material von Zahnriemen auswählen

Neopren und PU, also Polyurethan, sind zwei Standardmaterialien, aus denen Zahnriemen gefertigt werden. Neopren verfügt dabei über einen leisen Lauf und einen etwas größeren Temperaturbereich im Gegensatz zu PU und wird meistens in Antriebsriemen verbaut.
Polyurethan hingegen hat eine sehr hohe Beständigkeit, zum Beispiel gegen UV-Licht, verschiedene Reinigungsmittel und Chemikalien, und ist sehr abriebfest. Einige weitere Unterschiede zwischen diesen beiden Standardmaterialien für Zahnriemen schauen wir uns ebenso an.

Materialeigenschaften

Das Material Neopren ist sehr beständig gegen UV-Strahlung und Wasser. Da es etwas weicher ist, werden bei Neopren-Zahnriemen die Zähne zusätzlich durch ein Gewebe verstärkt, um die Abnutzung am Zahn zu reduzieren.

Gebogener schwarzer Zahnriemenanschnitt mit Verzahnung auf der Innenseite und sichtbarer Gewebestruktur.

Neopren kann im Temperaturbereich von ca. -30 bis etwa 100 °C betrieben werden. Dagegen sind es etwa -25 bis 80 Grad Celsius beim PU.

Gebogener weißer Zahnriemenanschnitt mit Verzahnung auf der Innenseite..

Polyurethan ist von Haus aus schon sehr abriebfest. Als Hochleistungskunststoff hat es einen relativ hohen Härtegrad mit 92 Sh A.

Zugträger

Jeder Zahnriemen verfügt über Zugträger. Das sind die kleinen Litzen oder auch Fäden, die unter der Riemenoberfläche laufen und die Kräfte aufnehmen. Auch diese werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Neopren-Zahnriemen als geschlossen gefertigte Antriebsriemen verfügen in der Regel über Glasfaserzugträger. In Neopren-Zahnriemen-Meterware, z. B. für Markisen oder Schiebetore werden auch Stahlzugträger verbaut, in seltenen Fällen Kevlar. Standard ist hier aber ebenso Glasfaser. Wenn es in den Hochleistungsbereich geht, wird bei Antriebsriemen aus Neopren auch Kevlar als Zugträgermaterial eingesetzt. Polyurethan-Zahnriemen werden als Antriebsriemen geschlossen gefertigt hergestellt und verfügen in der Regel über Stahlzugträger, manchmal auch Kevlar. Auch bei Meterware sind Stahl- oder Kevlar-Zugträger Standard. Meterware kann offen bezogen werden oder verschweißt.

Darstellung eines verdrillten Glasfaserbündels in grauer Farbe, beschriftet mit ‚Glasfaser‘.

Darstellung eines verdrillten Kevlarbündels in goldgelber Farbe, beschriftet mit ‚Kevlar‘.

Darstellung eines verdrillten Stahlseils in glänzender silbergrauer Optik, beschriftet mit ‚Stahl‘.

Fertigungsarten

Zahnriemen gibt es als vollständig geschlossen gefertigte Antriebsriemen und als offene Meterware in beiden Materialien, also sowohl in Neopren als auch in PU.
Bei einem offenen Riemen aus Neopren besteht das Problem den Riemen zu verschließen, da Neopren nicht verschweißt werden kann. Vollständig geschlossen gefertigte Antriebsriemen werden ab Hersteller schon immer in den für die Praxis gängigsten Längen gefertigt.

Wenn eine spezielle Länge benötigt wird, kann Polyurethan-Meterware teilungsgenau verschweißt werden. Sie besteht aus thermoplastischem Polyurethan. Dieses kann bei einer gewissen Temperatur fließfähig gemacht und verschweißt werden.
Das ist nicht möglich mit dem Standard-Polyurethan, aus dem die endlosen Antriebsriemen gefertigt werden. Standardlängen gibt es hierfür direkt ab Hersteller.

Wenn aus einer offenen PU-Meterware ein verschweißter Riemen gefertigt werden soll, wird er zunächst gestanzt. Das nennt sich fingerzahn-gestanzt, weil es ähnlich aussieht, wie die ineinander geschobenen Finger zweier Hände und wird in dieser Form ausgeführt, um eine möglichst große Schweißfläche zu erreichen.

Detailansicht eines weißen Zahnriemens mit fingerzahn-stanz-Verbindung.

Wichtig ist: Die Zugträger, die unter der Riemenoberfläche in Längsrichtung laufen, sind natürlich an der Schweißstelle unterbrochen. Dadurch erreichen verschweißte Polyurethan-Zahnriemen nur etwa 50 % der Zugkraft im Gegensatz zu einem vollständig geschlossen gefertigten Riemen.
Von einem vollständig geschlossen gefertigten Riemen spricht man, wenn der ganze Riemen um die Zugträger, die nicht unterbrochen sind, aufgebaut ist.

Endloser weißer Zahnriemen mit gleichmäßiger Innenverzahnung und mehreren parallel verlaufenden Zugsträngen auf der Außenseite.

Zahnriemenscheiben

Für Zahnriemen werden die richtigen Zahnriemenscheiben benötigt. Je nach Material für den Riemen, sind die Scheiben oft schon im Material angepasst. Im Profil HTD, RPP oder Omega, also verkürzt die M-Profile: 3M, 5M, 8M, 14M – alles, was einen halbrunden Zahn hat – werden meistens Zahnriemenscheiben aus Stahl eingesetzt.

Zahnriemenscheibe aus StahlSchwarze Zahnriemenscheibe aus Stahl mit Bordscheiben und Nabe; zentrale Bohrung und Gravur ‚Z24.de‘ auf der Stirnseite.“

Für TaperbuchseSchwarze Zahnriemenscheibe aus Stahl mit Taperbuchseneinsatz sowie kleiner Gravur ‚Z24.de‘ auf der Innenseite.“

Darstellung eines HTD-Zahnriemenprofils mit flacher Oberseite und gleichmäßig gerundeten, halbkreisförmigen Zähnen; darüber die Beschriftung ‚HDT-Profil‘.

Darstellung eines Omega-Zahnriemenprofils mit flacher Oberseite und leicht abgeflachten, geschwungenen Zähnen; darüber die Beschriftung ‚Omega-Profil‘.

Bei großen Zähnezahlen oder bei sehr kleinen Profilen wird auch Aluminium verwendet. Stahl-Zahnriemenscheiben haben den Vorteil, dass sie häufig auch für die Montage mit Taperbuchse erhältlich sind. Das ist ein Schnellspannsystem. Dazu haben wir ein eigenes Video wie man es montiert. Ganz kurzgefasst: Nur die Taperbuchse in die Zahnriemenscheibe einpassen, das Ganze auf die Welle schieben, zwei Schrauben festmachen, Zahnriemen drauf – fertig. Superpraktisches Prinzip.

Das ist leider nicht möglich, wenn PU-Zahnriemen im Einsatz sind. In den Standardprofilen für PU-Zahnriemen – T oder AT, also z. B. AT5 oder T10 – werden Zahnriemenscheiben in der Regel aus Aluminium hergestellt.

Darstellung eines T-Zahnriemenprofils mit flacher Oberseite und trapezförmigen, geradlinigen Zähnen; darüber die Beschriftung ‚T-Profil‘.

Darstellung eines AT-Zahnriemenprofils mit flacher Oberseite und breiteren, trapezähnlichen Zähnen mit abgeflachten Spitzen; darüber die Beschriftung ‚AT-Profil‘.

Auch hier ist es unproblematisch, diese auf der Welle zu befestigen: Bohrungsbearbeitungen inklusive DIN-Nut und Gewindebohrungen können Sie einfach bei uns im Shop auswählen.

Silberne Zahnriemenscheibe aus Aluminium mit Bohrung, Nut und Gewindebohrungen zur Befestigung; auf der Stirnseite ist ‚Z24.de‘ eingraviert.

Silberne Zahnriemenscheibe aus Aluminium mit Zähnen, Bohrung und Gewindebohrungen zur Befestigung; auf der Stirnseite ist ‚Z24.de‘ eingraviert.

Zusammenfassung

Die meisten Unklarheiten zum Thema Polyurethan- und Neopren-Zahnriemen sollten geklärt sein. Beide Materialien sind unterschiedlich und bieten unterschiedliche Möglichkeiten.

Neopren-Zahnriemen sind UV-beständig, haben einen höheren Temperaturbereich, sind auch wasserresistent und werden meistens mit Glasfaser-Zugträgern gefertigt. Als Antriebsriemen werden sie geschlossen gefertigt eingesetzt.

Polyurethan-Zahnriemen gibt es auch als Antriebsriemen. Standardmaterial für die Zugträger ist dann aber Stahl.
Eine Besonderheit ist hier: Das Material ist sehr abriebfest und gut geeignet auch beim Einsatz vieler Reinigungsmittel und Chemikalien, da es damit verträglich ist. Die Spezialanwendung von Polyurethan-Zahnriemen ist der Transportbereich, da thermoplastisches Polyurethan sehr einfach beschichtet werden kann – mit verschiedenen Beschichtungen zur Mitnahme und Transport von Lebensmitteln oder anderen Fördergütern.

Ebenso können Nocken aufgeschweißt werden. Offene Meterware eignet sich für Linearbewegungen, wenn also etwas hin- und hergefahren werden soll. Hierfür können PU- und Neopren-Meterware verwendet werden, oft mit Stahlzugträgern.

Alle hier vorgestellten Zahnriemen-Materialien und Konfigurationen, genauso wie die dazu passenden Zahnriemenscheiben mit oder ohne Bearbeitung, erhalten Sie gerne bei uns auf Z24.de

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